Der Übertritt Die Jahrgangsstufe 5 am Ludwigsgymnasium: Was wir für unseren "Nachwuchs" tun Den Kindern bei der Bewältigung des Übergangs von der Grundschule zum Gymnasium, der einiges an Anforderungen stellt, nach Kräften zu helfen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Pädagogische Maßnahmen und Einrichtungen zur Förderung der Integration -
Kontakte und Gespräche mit Grundschullehrkräften, um zu erfahren, was die Kinder "mitbringen" -
Zuteilung von Lehrkräften, die im Umgang mit dieser Altersstufe besonders engagiert und erfahren sind -
gemeinsame Unternehmungen wie Theaterbesuche und Exkursionen zur Stärkung der neuen Klassengemeinschaft und zum Kennenlernen der fünften Klassen untereinander -
ein Tutorensystem, in dem Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe sich um die Fünftklässler kümmern, mit ihnen spielen und basteln, Ausflüge machen und Feste feiern -
Gelegenheit zur schulpsychologischen Beratung durch eine geprüfte Fachkraft -
in der Jahrgangsstufe 5 oder spätestens zu Beginn der Jahrgangsstufe 6 ein Schullandheimaufenthalt Maßnahmen und Einrichtungen zur Steigerung von Lernbereitschaft und Lernerfolg -
gezieltes und kindgerechtes Einüben von Lerntechniken und Arbeitsweisen, die für das Gymnasium wichtig sind - nicht nur in den eigens dafür eingerichteten "Intensivierungsstunden" -
Einsatz von motivierenden Arbeitsmaterialien im Rahmen des pädagogischen Konzepts der "Freiarbeit", das die Selbstständigkeit der Kinder beim Lernen und Üben steigern will -
Lern- und Konzentrationstraining bei einem Wochend-Seminar zum Thema "Lernmethodik" für Schüler/innen der Jahrgangsstufe 5 und ihre Eltern bzw. Erziehungsberechtigten -
Motivationssteigerung durch unterrichtsbegleitende Veranstaltungen wie Theaterbesuche im Rahmen des Deutschunterrichts und durch Angebote der Schülerlesebücherei -
Abwechslung und Entspannung durch Spiel und Sport, Unterstufenchor, Wahlunterricht (z. B. Schulspiel, Keramik, Computer) -
Gelegenheit zur Schullaufbahnberatung durch einen examinierten, erfahrenen Fachmann Englisch oder Latein? Bedenkenswertes zur Wahl der ersten Fremdsprache Englisch hat sich als führende Weltsprache durchgesetzt. Insbesondere aus dem Bereich Kommunikation ist es nicht mehr wegzudenken und überall in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind Englischkenntnisse heute fast unverzichtbar. Ein wesentliches Element des Englischunterrichts ist die unmittelbare Anwendbarkeit und der Praxisbezug des Gelernten. Außerdem eröffnet Englisch nicht nur einen direkten Zugang zu den faszinierenden Kulturen und Literaturen der englischsprachigen Welt, sondern auch Gelegenheiten zur Kommunikation und zum Kontakt mit den dort lebenden Menschen. Als einstige Weltsprache, die nicht nur die Basis aller romanischen Sprachen, sondern auch des gehobenen englischen Wortschatzes bildet, leistet Latein erwiesenermaßen Grundlegendes für eine umfassende sprachliche Bildung. Lateinkenntnisse erleichtern das Erlernen der meisten modernen Fremdsprachen und das Verständnis vieler deutscher Fremdwörter sowie der wissenschaftlichen Terminologie, und bei der Einführung in das System der lateinischen Grammatik wird den Schülern zugleich der Aufbau der eigenen Muttersprache bewusst. Darüber hinaus eröffnet der Lateinunterricht den Zugang zu der faszinierenden Welt der Antike, die unsere westliche Zivilisation nachhaltig geprägt hat. Wie diese knappen Charakterisierungen zeigen, tragen beide Sprachen Wesentliches zur Verwirklichung der Bildungsziele des Gymnasiums bei. Am Ludwigsgymnasium lernen Ihre Kinder auf jeden Fall Englisch und Latein, und das in rascher Folge, denn im neuen achtjährigen Gymnasium beginnt die zweite Fremdsprache bereits in der Jahrgangsstufe 6. Doch immer noch gilt es zu entscheiden, womit begonnen werden soll. Die folgende detaillierte Gegenüberstellung kann vielleicht bei der Entscheidung helfen: | Englisch | Latein | | Unterrichtssprache | | Von Anfang an, wo immer möglich, Englisch | Deutsch, mitunter ein paar lateinische Wörter und Wendungen | | Lehrbuchtexte im Anfangsunterricht | | Überwiegend Dialoge mit altersgerechten Themen aus dem Alltag englischsprachiger Jugendlicher, anhand derer die Kinder lernen, Englisch zu sprechen und zu schreiben. | Überwiegend erzählende Texte mit altersgerechten Themen aus dem römischen Alltagsleben sowie antike Sagen und Geschichten, anhand derer die Kinder das Übersetzen in das Lateinische und aus dem Lateinischen lernen. | | Wortschatz | | Die Tatsache, dass man im Englischen die Wörter meist anders schreibt, als man sie ausspricht, und das Trainieren einer möglichst akzentfreien Aussprache verlangen viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit. Allerdings hat der englische Wortschatz, der im Anfangsunterricht gelehrt wird, Ähnlichkeiten mit dem deutschen; auch hat das Deutsche inzwischen viele englische Wörter übernommen, die die Kinder aus der Werbung und den Medien kennen. Der englische Wortschatz soll stets aktiv beherrscht und angewendet werden. | Im Lateinischen gibt es kaum Unterschiede zwischen Aussprache und Schreibweise. Viele lateinische Wörter sind über deutsche Lehn- und Fremdwörter bekannt oder erschließbar, und es gibt innerhalb des lateinischen Wortschatzes zahlreiche "Verwandtschaftsbeziehungen", die das Erlernen unterstützen. Auch bereichern Wörter, die für die Antike charakteristisch sind, als "Kulturwortschatz" die Ausdrucksfähigkeit der Kinder im Deutschen. Ein aktives Beherrschen und Anwenden des lateinischen Wortschatzes wird nur im Anfangsunterricht, wo es besonders um die Festigung des Erlernten geht, verlangt. | | Formenlehre und Grammatik | | Englisch weist eine verhältnismäßig geringe Anzahl an grammatischen Formen und Regeln auf; dafür gibt es umso mehr Wendungen, die keinen Regeln gehorchen und die deshalb schlicht gelernt werden müssen. | Im Lateinischen sind die Regeln, die man lernen muss, zahlreich, aber verlässlich. Die vielfältigen Formen für Personen, Fälle und Zeitstufen sind nach dem "Baukastenprinzip" aufgebaut, also übersichtlich und geordnet. | | Zusammenfassung | | Englisch ist besonders bei Kindern beliebt, deren Fähigkeiten auf dem Gebiet der mündlichen Sprachanwendung sehr gut entwickelt sind. Allerdings verwöhnt Englisch auch zunächst ein wenig durch seine - anfängliche und nur scheinbare - Leichtigkeit, und durch die hier geforderten und erworbenen Lerntechniken werden die Kinder kaum auf die Anforderungen der zweiten Fremdsprache Latein vorbereitet, deren Formenreichtum besonders viel Konzentration und Genauigkeit verlangt. | Kinder, die Freude am Lesen haben, fühlen sich oft zum Lateinischen hingezogen, das ihnen die Gelegenheit zu einer intensiven Beschäftigung mit Texten und einen Zugang zu der Welt der Antike bietet, die auf wissbegierige Elfjährige eine große Faszination ausüben kann. Nicht nur die Wortschatz- und Grammatikkenntnisse, die im Lateinunterricht erworben werden, sondern auch die dort praktizierten Arbeitstechniken bilden eine sehr gute Grundlage für das Erlernen weiterer Fremdsprachen. | | Zur Sprachenfolge | | Wer am Ludwigsgymnasium Englisch als erste Fremdsprache wählt, wird in aller Regel in der Jahrgangsstufe 8 als dritte Fremdsprache Französisch lernen. Der Weg zum humanistischen Zweig, d. h. zum Erlernen von Griechisch, steht an unserer Schule aber ebenfalls offen - ein Angebot, für das Schülerinnen und Schüler sich immer wieder ganz bewusst entscheiden. | Latein als erste Fremdsprache hat am Ludwigsgymnasium eine lange Tradition. Doch nicht nur im Rahmen einer fundierten sprachlichen wie historischen Allgemeinbildung, sondern auch als effiziente Grundlage für ein schnelles Erlernen von "Spanisch spätbeginnend" hat es sich inzwischen bewährt. | Latein als erste Fremdsprache - ein im besten Sinne gymnasialer Weg Auch wenn mittlerweile viele Kinder Englisch bereits an der Grundschule kennenlernen und es in unserer Welt von englischen Wörtern und Wendungen nur so wimmelt - es gibt gute Argumente dafür, die Schullaufbahn am Gymnasium mit Latein zu beginnen: Die Erfahrung hat inzwischen gezeigt, dass das an der Grundschule erworbene, eher spielerische Englisch sich an der Jahrgangsstufe sechs am Gymnasium überaus schnell wieder "aktivieren" läßt. Lateinischen Anfangsunterrricht dagegen bekommt man nur am Gymnasium, und dort werden grundlegende sprachliche und grammatische Kenntnisse vermittelt, die vielseitig verwendbar sind. Weiter werden Konzentration und Disziplin, planvolles und konsequentes Vorgehen und das Erkennen und Anwenden von Ordnungsprinzipien gezielt trainiert. Damit aber führt Latein besonders gut in die Arbeitsweise des Gymnasiums ein. Auch leistet lateinischer Anfangsunterricht viel Wertvolles, indem er den Kindern die Geschichte, die Sagenwelt und die Leistungen der Antike altersgerecht nahe bringt und ihnen damit unsere kulturellen Wurzeln bewusst macht. |