Griechisch oder Französisch

Für alle Schüler der 8. Jahrgangsstufe besteht die Wahl zwischen Griechisch oder Französisch als dritter Fremdsprache.

Französisch ab der 8. Jahrgangsstufe

Im Laufe der 7.Klasse müssen unsere Schüler über die dritte Fremdsprache entscheiden.

Im Folgenden möchte ich einige der unzähligen Gründe auflisten, warum man als 3.Fremdsprache Französisch wählen sollte.

Weil

  • es Freude macht, eine zweite lebende Fremdsprache zu erlernen.
  • wir einen Austausch mit Frankreich anbieten, außerdem regelmäßig Abiturfahrten und manchmal auch Museumsarbeit in Paris.
  • wir mit dem Institut Français zusammen ein europaweit gültiges Diplom nach der 10. Klasse anbieten.
  • die Schüler der Oberklassen sich mit Literatur, Politik und etwas Philosophie beschäftigen.
  • wir den Kontakt zur Universität herstellen und über Studiengänge informieren.
  • es die zweite wichtige Weltsprache in Europa ist. (und in Afrika und Kanada)
  • es in allen europäischen Einrichtungen gesprochen wird, und die Chancen am Arbeitsmarkt enorm verbessert.
  • es einfach Spaß macht.

 

Griechisch ab der 8. Jahrgangsstufe

Das antike Griechenland ist die „Wiege“ der europäischen Kultur. Im Griechischunterricht werden die Schüler nicht nur an die Ursprünge von Literatur und Theater, von Politik und Demokratie, sondern auch von Wissenschaft und Philosophie sowie von Kunst und Architektur in Europa herangeführt:

  • Texte aus der Zeit von Homer bis Aristoteles verdeutlichen die fortschreitende Entwicklung der griechischen Sprache von den konkreten Bildern der griechischen Mythen bis hin zur abstrakten Terminologie der Philosophie. Dadurch erkennen die Schüler den Zusammenhang von Sprache und Denken.
  • Die gelesenen Texte ermöglichen von Anfang an eine Begegnung mit Grundfragen menschlichen Daseins. So fragten z. B. die Philosophen vor Sokrates nach dem Ursprung der Welt, rang Sokrates selbst intensivum die Frage nach einem ethisch verantwortungsvollen Handeln, oder behandelte die  dramatische Dichtung das Verhältnis von Individuum und Staat. Diese Themen können im Griechischunterricht aufgrund der zeitlichen Distanz zunächst sachlich und frei von aktuellen Wertungen erfasst werden. In einer konstruktiven Diskussion lassen sie sich dann inhaltlich erweitern und für die Gegenwart fruchtbar machen.
  • Durch die Beschäftigung mit der ersten Literatur Europasvermittelt der Griechischunterricht Einblick in Stilmuster und Literaturformen, die für spätere Zeiten maßgeblich („klassisch")wurden, wie z. B. die Lyrik des 7. und 6. Jahrhunderts oder die Tragödiezur Zeit der athenischen Klassik. Die Kenntnis von Figuren, Motiven und Themen griechischer Literatur und Kunst erleichtert das Verständnis späterer Entwicklungen in der europäischen Kultur.
  • Die Jugendlichen können das Entstehen verschiedener politischer Verfassungen, besonders das der Demokratie, in einer historischen Kommunikation mitverfolgen und heutige Ausprägungen besser verstehen. Auch negative Erfahrungen mit Tyrannei oder radikaler Demokratie finden ihren Niederschlag bereits in der politischen Geschichtsschreibung des Thukydides oder in der Staatsphilosophie Platons.
  • Durch die ethischen, gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen werden die Jugendlichen dazu angeregt, in der Auseinandersetzung mit tradierten Vorstellungen eine sinnvolle persönliche Wertorientierungund Verantwortung zu finden. Indem die Schüler den Wandel des griechischen Weltbildes vom Mythos zum Logos, d. h. von einer durch Mythen geprägten zu einer zunehmend von der Vernunft gesteuerten Weltsicht, mitverfolgen, lernen sie verschiedene Möglichkeiten der Weltdeutungkennen.

Gerade in der griechischen Literatur und Philosophie ist zum ersten Mal die Welt als Ganzes in das Blickfeld der Dichter und Denker getreten. Bereits im 6. Jh. v. Chr. suchen die sog. Naturphilosophen, die voll Staunen einzelne Erscheinungen beobachten, nach einem System, das diesen Phänomenen zugrunde liegt. Vor diesem Hintergrund wird dann durch die Sophisten und durch Sokrates der Mensch als Individuum zum Gegenstand intensiver Reflexion. Somit begreifen die Jugendlichen, dass die dem Menschen eigene Fähigkeit, Fragen zu stellen, die Grundlage jeglicher Forschung und des damit verbundenen Fortschritts darstellt.