Philludiker

 

Die Philludiker  

das Absolventen – Eltern – Lehrer – Orchester am Ludwigsgymnasium München

zum 25. Jahr ihres Bestehens

Wir befinden uns im Jahr 1991 nach Christus. Ganz Bayern wird von römischen Dirigenten unterdrückt … Ganz Bayern? Nein! Ein von unbeugsamen Hobbymusikern bevölkerter Stadtteil Münchens hört nicht auf, den Unterdrückern Widerstand zu leisten. Die Philludiker - mutige, rebellische Musiker - machen es fremden Eindringlingen schwer. Da ist zum Beispiel „Geigwienix“. Sie gibt den Ton an. Und bis alle zum gleichen Ton gefunden haben, kann das schon ein wenig dauern. So mancher Dirigenten-Herrscher, der meinte, die Philludiker bezwingen zu können, ist an dieser Geduldsprobe letztlich zerbrochen. Oder „Bratscherix“. Oft Einzelkämpfer, zieht er sein Spiel unbeirrbar und mit Inbrunst durch, komme wer und was wolle. Oder Trompetfix. Ein rastloser, viel beschäftigter Musiker, immer auf Reisen. Doch wenn’s drauf ankommt, ist er dabei. Dann lässt sein Spiel Kirchenwände, Bürgersäle und Dirigenten erzittern. Und dann ist da natürlich Gusturix. Er ist der Chef der Philludiker. Ein mutiger, tapferer Krieger, der nur vor einer Sache Angst hat: dass ihm die Decke des Musiksaals eines Tages auf den Kopf fällt. Gusturix hält die Truppe zusammen, ist Kummerkasten und Motivator, Seelentröster und Animator, Organisator und Moderator. Dass sich die Philludiker bis heute erfolgreich gegen Unterdrückung und Niedergang wehren konnten, das haben sie ihm zu verdanken. – Aus dem Hause des Shahs war einer entsandt worden, der die wilden Philludiker zähmen sollte. Er scheiterte. Auch aus anderen Ländern kamen sie, aus Frankreich und Argentinien. Aber woher sie auch kamen, keiner von ihnen hatte ein Mittel gefunden, die Philludiker gefügig zu machen, sie zu unterwerfen. Manch einer flog in hohem Bogen über die Mauern des Stadtteils, mancher floh in panischer Angst vor der Kraft der unbesiegbaren Musiker.

Was, beim Teutates, macht diese Truppe so unbesiegbar? Sie kochen ihr besonderes, eigenes Zaubertrank-Süppchen. Die Zutaten: ein Bündel gut verträglicher Notenblätter der Sorte Mozart, Beethoven, Schubert, Haydn, Mendelssohn, Bach, Händel, Cherubini, Fucik, Strauß, Grieg, Bellini, Bizet, Debussy, Fouré, Arriaga, Weiner, Genzmer oder Zöbeley (von Letzterem aber nicht zu viel!). Das Gebräu würzen mit einem Schuss „presto“, dazu einen gestrichenen Teelöffel „molto allegro alla siciliana“ geben, fein abschmecken mit ein paar Messerspitzen „sforzato“, dann anheizen bis auf Stufe „fortefortissimo“ und schließlich „poco a poco diminuendo“ herunterdrehen bis „tranquillo“. Fertig ist die Laube! Danach servieren in der Glyptothek, im Bürgersaal Gräfelfing, in St. Philippus, auf der Seebühne im Westpark, in der Villa Stuck, im Rittersaal der Burg Schwaneck, in St. Nikolaus, im kleinen Konzertsaal des Gasteigs oder in diversen Festzelten von Stadtteilwochen.    

In einem Detail unterscheidet sich die Geschichte der Philludiker allerdings von der historischen Vorlage der unbesiegbaren Gallier: Einen „Troubadix“, der die Truppe mit seinen Klängen drangsalieren könnte, haben die Philludiker nicht. Sie hatten sehr wohl Sänger, doch die haben Glanz und Triumph gebracht. Unvergessen das erste Auswärtskonzert in Fridolfing, unweit der feindlichen Lager Baborum, Aquarium, Laudanum und Kleinbonum. Wie durch ein Wunder kam es nicht zu Schramützeln. Wie gebannt lauschten alle in trauter Verbundenheit den göttlichen Stimmen.

Tja - und am Schluss jedes musikalischen Abenteuers feiern die unbesiegbaren Philludiker ein rauschendes Fest, nicht unbedingt mit Wildschwein, dafür aber mit anderen kulinarischen Köstlichkeiten. Und keine Sorge: Kein Musiker, selbst wenn er Lyra spielen sollte, muss geknebelt und an einen Baum gefesselt dem ausgelassenen Treiben beiwohnen …

Florian Wöst

PS: Wer bei Asterix und die Gallier nicht so ganz sattelfest ist:
Die Philludiker wurden 1991 als Liebhaber-Orchester aus Absolventen, Eltern und Lehrern des Ludwigsgymnasiums in München von Dr. Karl August Riemann, Altphilologe am Ludwigsgymnasium, gegründet. Das Orchester wird im kommenden Jahr 25 Jahre jung.

Das Repertoire reicht von Werken des Barock, der Klassik und der Romantik bis hin zu modernen Kompositionen. Der programmatische griechisch-lateinische Kunstnamesetzt sich zusammen aus „philoi“ (Freunde, Liebhaber) und „ludus“ (Spiel, Schule).

Die Philludiker würden sich freuen, falls Sie uns bei einem unserer nächsten Konzerte als Zuhörer erleben wollten.

Auf dem Programm unseres Sommerkonzerts am 27. in St.Philippus und 28. Juni im Bürgerhaus Gräfelfing steht das Klavierkonzert Nr. 26 in D-Dur KV 537 (Krönungskonzert) von Wolfgang Amadeus Mozart. Am Flügel: der international renommierte Pianist Gerold Huber. Geboten werden außerdem Jean-Baptiste Lully, Suite zu Moliers „Le Bourgeois Gentilhomme“ und Georges Bizet, „L’Arlésienne“, Suite Nr. 1 und 2.

Und schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sie im Jubiläumsjahr 2016 erwarten wird: Geplant sind Konzerte im Frühjahr 2016 unter anderem in der Glyptothek mit unserem spanischen Dirigenten Armando Merino. Solisten sind die Geschwister Gargerle, ehemalige Schüler des Ludwigsgymnasiums und jetzt im Orchester der Bayerischen Staatsoper und der Münchner Philharmoniker. Auch ein besonderes Sommerkonzert ist in Planung.

Hätten Sie vielleicht auch Lust, sich als Mitspielerin oder Mitspieler unserem Orchester anzuschließen? Alle Informationen, Bilder und die Kontaktadresse der Philludiker finden Sie auf unserer Homepage unter www.philludiker.de.